Roboter für Alle!

Als Befürworter von Programmieren für Alle, und das möglichst früh, habe ich mich über die vielen – vor allem der visuellen – Programmierumgebungen gefreut, die (auch ganz) jungen Adressaten einen Zugang dazu ermöglichen. Ich erwähne nur Scratch und daran anknüpfende Alternativen (wie Snap!, Turtle Art, Blockly, App Inventor) aber auch Greenfoot oder BlueJ. Daneben gibt es seit einiger Zeit verstärkte Bemühungen, das Programmieren mit der Steuerung von Robotern, Sensoren und Aktoren zu verbinden. Damit soll einerseits die Motivation gesteigert werden, denn dadurch sind spannende Projekte realisierbar, bei denen „sich etwas tut“, andererseits sind so Anknüpfungspunkte an aktuelle realweltliche Fragestellungen gegeben. Ergebnis ist ein ganzer „Roboterzoo“ und dieser Beitrag ist ein Versuch, für mich ein bisschen Ordnung in der unübersichtlichen „Artenvielfalt“ zu schaffen (auf die Seite Educational Robots bin ich leider erst nach Abfassen dieses Beitrags aufmerksam gemacht worden. Dank an Thorsten Leimbach!). Weiterlesen

Visuelles Programmieren

Weil ich mich gerade intensiver mit der visuellen Programmierumgebung Snap! befasse (vgl. Künstliche Kunst), war ich sehr gespannt auf das LOG IN-Themenheft Visuelles Programmmieren. Konkret gibt es dazu sechs Artikel, so den Beginn einer Serie zum objektorientierten Programmieren mit SQUEAK/SMALLTALK (obwohl das momentan schon eher wieder ein Dasein am Rande fristet) von Rüdeger Baumann, die grafische Programmierung von Robotern mit GRAPE und AtoCC zur Erstellung von Zustandsübergangstabellen für die Simulation von Automaten. Für mich sind interessenbedingt die beiden Artikel von Eckart Modrow zu Snap! am ergiebigsten. Was fehlt, sind Einschätzungen und Beispiele zu den spannenden Entwicklungen rund um Scratch, App Inventor, Blockly, BeetleBlocks und und und … Da wäre in einem Doppelheft mehr zum Themenschwerpunkt nötig und möglich gewesen.
rosette Weiterlesen

Kraus(e) Gedanken

Eigentlich lohnt es sich nicht, das Interview, das Deutschlandradio Kultur anlässlich der Didacta mit Josef Kraus geführt hat, durch eine Analyse implizit aufzuwerten. Zu sehr zeugt es von Unkenntnis und (noch schlimmer, weil noch schwerer zu überwinden) von Ignoranz gegenüber dem Themenkomplex Digitale Bildung. Allerdings handelt es bei Herrn Kraus um den Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes und so steht zu befürchten, das er für ziemlich viele Lehrerinnen und Lehrer spricht. Kritische Würdigungen finden sich bereits bei Ellen Trude, Alexander LaschChristian Spließ, Lars Hahn und Christian Müller, dazu kommen etliche Tweets; positive Reaktionen sind mir bisher entgangen.

Was mich am meisten stört, ist seine Unart, die gestellten Fragen umzudeuten und Problematisierungen zu ignorieren. Auf den Einwand des Interviewers Frenzel Sind wir nicht ganz schön weit weg von einer Situation, wie Sie sie gerade an die Wand malen? (weil es in Deutschland deutlich weniger Rechner pro Schüler gibt als in anderen Ländern) kommt von ihm, er lasse sich nicht von irgendwelchen Zahlen blenden. D.h. also, seine postulierte Zwangsdigitalisierung (was für eine Wortwahl! Herr Kraus ist Deutschlehrer und Psychologe) findet trotz Minimalausstattung statt, oder wie? Weiterlesen