Programmieren für Alle – mit LiveCode?

Für mich ist Programmieren eine Muckibude fürs Gehirn (das bezieht sich auf den Vergleich der Argumente für das Erlernen alter Sprachen). Verkürzt auf Slogans wie Coding is the new Latin oder Programmieren für alle finden sich mehrere Begründungslinien, warum und wie das Programmieren von Computern in der Schule gelehrt werden sollte. Wer diese Forderung praktisch umsetzen will, kommt am Ende um die Wahl einer konkreten Programmiersprache nicht herum. Dann stellt sich die Frage, ob der abgeleitete Slogan JavaScript ist das neue Latein nur eine Metapher oder schon eine Festlegung sein soll. Eine interessante Option ist jedenfalls LiveCode, ein Nachfolger des legendären HyperCard.

Bei einem Besuch in Edinburgh hatte ich Gelegenheit, Kevin Miller, Gründer und CEO der dort ansässigen Softwarefirma RunRev, zu interviewen. RunRev hat die Entwicklungs-umgebung LiveCode entwickelt und kürzlich dank einer Kickstarter-Kampagne als OpenSource verfügbar gemacht. Ich konnte Kevin Miller befragen zur Entwicklung von LiveCode und auch zur Rolle von ICT in britischen Schulen. Weiterlesen

Kraftraum fürs Gehirn …

Der Vorsitzende des baden-württembergischen Philologenverbandes, Bernd Saur, wurde von der Südwest Presse interviewt zum Thema Warum heute noch Latein. Den größten Vorteil für SchülerInnen sieht er darin, dass Latein die Muckibude fürs Gehirn (verlinkt trotz Leistungsschutzrecht) sei. Es kommen Begründungen, die ich immer wieder gehört habe: Latein fördere das analytische, strukturierte und kombinatorische Denken (gut bei allen komplexen Sachverhalten), trainiere Gedächtnis und Ausdauer … Weiterlesen

Programmieren für Alle?!

Interessanterweise lebt eine Diskussion wieder auf, die wir in den 80er Jahren schon einmal hatten: Sollen alle Programmieren lernen? Damals gab es damit verbunden heftige Diskussionen darüber, welches dann die geeignete (Schul-) Programmiersprache sei (vgl. dazu LOG IN, Heft 3/83). Die Problematik hat Douglas Rushkoff  in seinem Buchtitel auf den Punkt gebracht: Program or be Programmed (dazu ein Study Guide). Darin bezeichnet er das Programmieren als die Kulturtechnik des digitalen Zeitalters. Damit ist er nicht alleine (Dan Rowinski, Sacha Greif), aber natürlich gibt es auch Gegenwind (Jeff Atwood). Dabei geht es ja nicht um die Ausbildung professioneller Programmierer; denn die dauert lange. Weiterlesen

Dialog über Deutschlands Zukunft: Digitale Kompetenzen

BuchDialogIn einem Beitrag zum Zukunftsdialog habe ich meine Probleme mit dem Prozess geschildert. Heute nun Anmerkungen zur inhaltlichen Arbeit in der AG “Digitale Kompetenzen” (mit einem etwas unglücklichen Namen, schließlich sind ja nicht die Kompetenzen digital, sondern es geht um Kompetenzen beim Umgang mit/bei der Nutzung von digitalen Medien), zu der ich gehörte. Diese AG hat schließlich vier Hauptvorschläge und insgesamt 17 Einzelvorschläge erarbeitet (zum leichteren Verständnis des Folgenden empfehle ich die Seiten 438-463 der Langfassung des Ergebnisberichts): Weiterlesen

Positive Überraschung: 2. Zwischenbericht der Enquete-Kommission “Internet und digitale Gesellschaft”

Zur Medienkompetenz liegen inzwischen bildungspolitische Forderungen bzw. Handlungsempfehlungen vor, die das Ergebnis längerer Diskussionsprozesse sind. Dabei werden jeweils alle Bildungsbereiche und alle Bildungseinrichtungen in den Blick genommen, von der frühkindlichen Erziehung bis zur Medienbildung für Ältere. Die Broschüre der Initiative Keine Bildung ohne Medien fasst die Ergebnisse des Berliner Kongresses zusammen und bündelt sie in zentralen Forderungen. Ich hatte den Kongress skeptisch begleitet und sehe nun nicht, dass darin die Anregungen einer kritischen Teilnehmergruppe eingeflossen sind. Weiterlesen